Am Freitag, den 31. März hat der Bundesrat die Novelle der Düngeverordnung (DüV) beschlossen. Das deutsche Düngerecht wird damit nach einigen Jahren der Diskussion erstmals novelliert.

Die Novelle der DüV legt fest, dass eine jährliche, schlagbezogene Düngebedarfsermittlung durchgeführt werden muss. Grundlage hierfür sind bundesweit einheitliche Stickstoff-(N)-Bedarfswerte in Abhängigkeit des Ertragsniveaus. Von diesem Stickstoffbedarf abgezogen werden Mengen an verfügbarem Stickstoff im Boden und Gutschriften aus der Vorjahresdüngung sowie Vor- und Zwischenfrüchten. In Abhängigkeit zu den in der DüV festgelegten Werten kann bei hohen Erträgen eine Gutschrift auf den Stickstoffbedarf erfolgen. Der auf diesem Weg ermittelte Stickstoffbedarf kann maximal gedüngt werden.

Zusätzlich ist die Ausbringungsmenge für Stickstoff aus allen organischen Düngemitteln generell auf 170 kg N/ha begrenzt. In diesem Zusammenhang ist nicht wie bisher lediglich der Stickstoff aus tierischen Wirtschaftsdüngern zu berücksichtigen, sondern auch der durch pflanzliche Substrate eingebrachte Stickstoffanteil im Fermenter. Eine Ausnahme für diese Maximalmenge kann nur für Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau, Grünland oder Dauergrünland gewährt werden.

Außerdem wurden auch die Sperrfristen, in denen keine Düngung stattfinden darf, deutlich erweitert. Durch die Verlängerung muss mehr Lagerkapazität bereitstehen, um die Einhaltung der Sperrfrist zu gewährleisten. Des Weiteren ist in § 12 DüV festgelegt, dass die Möglichkeit bestehen muss, flüssige Wirtschaftsdünger und Gärprodukte mindestens für einen Zeitraum von 6 Monaten zu lagern. Ab dem 1. Januar 2020 soll sich dieser Zeitraum dann um drei auf neun Monate verlängern, wenn der Betrieb mehr als drei Großvieheinheiten je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche hält oder über keine eigenen Ausbringungsflächen verfügt. Die Definition der „eigenen Ausbringungsflächen“ ist dabei noch nicht eindeutig geklärt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bundesrat.de

[Quelle: nawaro-Newsletter des C.A.R.M.E.N. e.V. vom 3. April 2017]