Biomasse hat im Vergleich zu anderen regenerativen Energiequellen den großen Vorteil der Speicherfähigkeit. Bioenergie kann daher jederzeit bedarfsgerecht bereitgestellt werden und dies dank moderner Hochtechnologie, wie sie in den letzten 20 Jahren entwickelt wurde, umweltfreundlich, geruchsarm und mit bezahlbarem Arbeitsaufwand. Der Brennstoff fällt regional an und muss nicht über große Entfernungen transportiert werden. Biomassenutzung steigert die regionale Wertschöpfung und schafft insbesondere in strukturschwächeren Regionen wichtige Arbeitsplätze.

In Niedersachsen stehen folgende feste Biobrennstoffe zur Verfügung:

  • Waldholz
  • Holz aus der Landschaftspflege
  • Restholz aus der Holzverarbeitung
  • Recyclingholz nach der stofflichen Nutzung
  • nachwachsende Rohstoffe, die gezielt zur energetischen Nutzung angebaut werden
  • Koppelprodukte aus landwirtschaftlicher Produktion

Unter den festen Bioenergieträgern ist Holz aufgrund seines niedrigen Schwefel-, Stickstoff- und Chlorgehalts und seines hohen Ascheschmelzpunkts technisch und umweltseitig der beste Brennstoff. Während die energetische Nutzung von Holzbrennstoffen in Niedersachsen vielerorts zum Einsatz kommt, ist die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh, Getreide und Holz aus Kurzumtriebsplantagen noch nicht etabliert. Scheitholz wird vorwiegend im kleineren Leistungsbereich von 10 - 100 kW eingesetzt. Pellets haben ein ähnliches Anwendungsfeld, werden aber zunehmend auch in größeren Leistungen eingesetzt. Holzhackschnitzel haben mit ca. 50 - 5.000 kW die größte Einsatzbandbreite. Kraft-Wärme-Kopplung durch Holzbrennstoffe ist bei ganzjährigem Wärmebedarf von mindestens 1.000 kW sinnvoll. Zur Realisierung von Bioenergieprojekten stehen interessante Förderprogramme zur Verfügung. So bietet der Bund im Rahmen des Marktanreizprogramms Zuschüsse und/oder zinsgünstige Kredite. Die Vergütung von Strom, der aus Biomasse erzeugt und ins öffentliche Netz eingespeist wird, ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.


Scheitholz

Für die Wärmebereitstellung mit Scheitholz stehen regelbare Holzvergaserkessel mit Wirkungsgraden über 90 % zur Verfügung. Die Haupteinsatzgebiete liegen in Ein- und Zweifamilienhäusern, im holzverarbeitenden Gewerbe und in landwirtschaftlichen Betrieben. Auf einen ausreichend dimensionierten Pufferspeicher sollte auf keinen Fall verzichtet werden.

Der Einsatz von Scheitholz kommt nicht nur für Besitzer von eigenem Wald in Frage. Geeignetes Holz ist auch beim nächstgelegenen Forstbetrieb, einer Straßenmeisterei und in holzverarbeitenden Unternehmen in der Umgebung erhältlich. Als Brennstoff empfiehlt sich aufgrund des höheren volumenbezogenen Energiegehaltes der Einsatz von Hartlaubholz wie z.B. Buche oder Eiche. In Scheitholzkesseln dürfen nur naturbelassene Hölzer mit einem Restwassergehalt von maximal 20 % eingesetzt werden. Das Stückholz sollte daher mindestens zwei Jahre lang regengeschützt und gut durchlüftet gelagert werden. Zur Minimierung des Arbeitsaufwandes und zur Beschleunigung der Trocknung sollte die Lagerung direkt in zugeschnittener Form erfolgen.

Ein offener Kamin ist keine Heizung im eigentlichen Sinne, da nur etwa 20 % der Energie für die Raumerwärmung genutzt wird und der Rest aus dem Schornstein entweicht. Sie dürfen daher nur kurzzeitig betrieben werden. Diese Feuerstätten dienen primär der Wohnwertsteigerung, wohingegen der Nutzen als Zusatzheizung in den Hintergrund tritt. Scheitholzkessel werden hauptsächlich im Leistungsbereich bis 100 kW für Scheite von 33 oder 50 cm Länge angeboten. Größere Anlagen sind relativ selten, ebenso Kessel für Scheite bis 1 m Länge. Scheitholzkessel werden ausschließlich manuell beschickt und erreichen Wirkungsgrade von 80 - 92 %. Sie sind als reine Volllast- oder als regelbare Kessel erhältlich, die auf ca. 50 % der Nennleistung heruntergefahren werden können.

Die einfachste und preisgünstigste Bauart von Scheitholzkesseln sind Durchbrandkessel. Sie sind jedoch schlecht zu regeln, weisen entsprechend geringe Wirkungsgrade auf und sind deshalb kaum noch im Angebot. Bei Unterbrandkesseln befindet sich die Feuerungszone unterhalb des Vorratsschachtes für den Brennstoff. Durch eine gezielte Luftführung wird die Verbrennung auf diese Zone beschränkt. In einem Nachverbrennungsbereich werden die Schwelgase nochmals mit Verbrennungsluft gemischt und sauber verbrannt. Unterbrandkessel sind Durchbrandkesseln in Feuerungsqualität und Wirkungsgrad überlegen.

Holzvergasungskessel sind weiterentwickelte Unterbrandkessel, bei denen die Verbrennungsphasen, die Erzeugung von Holzgasen und deren Verbrennung, räumlich weiter voneinander getrennt wurden. Im Füllschacht wird der Brennstoff zunächst unter Sauerstoffmangel verschwelt. Die entstehenden Holzgase werden nach unten abgeleitet, über ein Gebläse mit Luft vermischt und bei hohen Temperaturen sauber verbrannt.

Bei der Auswahl des Kessels sollte auf einen ausreichend großen Füllschacht geachtet werden, der den Tagesbedarf fassen kann. Nur an extrem kalten Wintertagen muss dann eventuell ein zweites Mal nachgelegt werden. Laut BImSchV sind handbeschickte Holzkessel grundsätzlich bei Volllast zu betreiben. Da die dabei freigesetzte Energie nicht immer direkt genutzt werden kann, sind ausreichend bemessene Wärmespeicher mit möglichst 50 - 100 l je kW vorzusehen. Werden die geforderten Grenzwerte auch im Teillastbereich eingehalten, so kann der Wärmespeicher entsprechend kleiner dimensioniert werden. Wird ein Holzkessel als einzige Heizquelle eines Wohnhauses installiert, ist ein Wärmespeicher unerlässlich. Für die sommerliche Warmwassererwärmung ist die Kombination mit einer Solaranlage sinnvoll.

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Holzpellets

Pellets sind kleine zylindrische Presslinge, die ausschließlich aus naturbelassenem Holz hergestellt werden. Sie sind gut transportierbar und ermöglichen einen vollautomatischen Heizbetrieb. Pelletfeuerungen werden als Einzelöfen und Zentralheizungen angeboten und kommen vorwiegend im kleineren Leistungsbereich bis 50 kW zum Einsatz. Mit Wirkungsgraden über 90 % und einer Teillastfähigkeit von etwa 20 % der Nennleistung bieten moderne Pelletkessel einen hohen Heizkomfort und geringe Emissionen.

Zur Herstellung von Pellets werden meist Hobel- oder Sägespäne genutzt, die unter hohem Druck gepresst werden. Genormte Pellets haben einen Durchmesser von 6 oder 8 mm, eine Länge von 10 - 30 mm und einen Wassergehalt von 10 %. Holzpellets haben einen Heizwert von 5 kWh/kg, was einem halben Liter Heizöl entspricht. Aufgrund des hohen Energiegehalts von ca. 3.250 kWh/m³ ist der Platzbedarf wesentlich geringer als bei Scheitholz oder Hackschnitzeln. Der Pelletverbrauch eines Einfamilienhauses mit einer Heizlast von 10 kW beträgt ca. 6 m³ bzw. 4 t im Jahr.

Pellets sind in 15 oder 25 kg-Säcken, in Big Bags oder in loser Form erhältlich. Je nach Anlagenkonzept kann die Brennstofflagerung z.B. im Keller, in einem Sacksilo oder im Erdtank erfolgen. Bei Einzelöfen werden die Pellets von Hand in einen kleinen Vorratsbehälter gefüllt. Lose Ware wird mit Pellet-Tankwagen angeliefert und ins Lager eingeblasen. Zentralheizungen werden aus dem Lager heraus mit Schnecken oder Gebläsesystemen versorgt. Während beim Transport mit Schnecken auf kurze Wege geachtet werden sollte, kann das Lager bei Gebläseaustragung auch weiter vom Kessel entfernt sein. Wird ein vorhandener Keller genutzt, ist darauf zu achten, dass dieser möglichst trocken und staubdicht ist. Einzelöfen werden im Wohnbereich aufgestellt und vorrangig im Leistungsbereich bis 10 kW angeboten. Da sie die Wärme direkt an den Raum abgeben, werden sie nur in der Heizperiode betrieben und müssen daher mit einem weiteren Wärmeerzeuger kombiniert werden. Hierfür empfiehlt sich z.B. die Kombination mit einer Solaranlage und einem Wärmespeicher.

Eine ganzjährige Wärmeversorgung auch größerer Gebäude ermöglichen Zentralheizungen. Neben vollautomatischen Systemen werden auch halbautomatische Anlagen angeboten, bei denen ein großer integrierter Vorratsbehälter von Hand befüllt wird. Auch bei Zentralheizungen empfiehlt sich die Kombination mit einem Wärmespeicher. Hierdurch werden häufige Brennerstarts im Sommer vermieden und die Abgaswerte verbessert. Die Wirkungsgrade von Pelletkesseln liegen bei 85 - 94 %. Mit modernster Regelungstechnik werden die Pellets sauber verbrannt und die Emissionen auf ein Minimum begrenzt. Lediglich die Entleerung des Aschebehälters und die Reinigung der Wärmetauscher bedeuten einen geringen Mehraufwand gegenüber Heizöl- und Erdgasheizungen. Der Ascheanfall für ein Einfamilienhaus beträgt ca. 20 kg im Jahr. Die Kosten für die Wärmeversorgung mit Pellets entsprechen etwa denen von Heizöl.

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Holzhackschnitzel

Hackschnitzel sind etwa streichholzschachtelgroße Holzstückchen, die eine vollautomatische Wärmebereitstellung insbesondere für größere Gebäude ermöglichen. Sie werden über entsprechende Fördereinrichtungen vom Brennstoffsilo in die Feuerungsanlage transportiert. Moderne Holzheizanlagen arbeiten bei guter Planung und Betrieb hocheffizient und emissionsarm.

Holzhackschnitzel werden in der Regel aus Restholz hergestellt, das bei der Industrieholzgewinnung anfällt, aus Durchforstungs- und Landschaftspflegeholz, aus Sägerestholz sowie aus Gebrauchtholz, das aus dem stofflichen Nutzungsprozess ausscheidet. In mobilen oder stationären Hackern wird das Holz zu Hackschnitzeln zerkleinert.

Aus einem Kubikmeter fester Holzsubstanz werden ca. 2,4 Schüttkubikmeter (Sm³) Hackschnitzel. Je nach Wassergehalt und Holzart haben Hackschnitzel ein Gewicht von 200 - 300 kg/Sm³ und einen Energiegehalt von 650 - 1.100 kWh/Sm³. Der Energieaufwand für Hacken und Transport beträgt ca. 1,5 % des Energieinhaltes der Hackschnitzel. Die Qualität der Hackschnitzel hängt neben dem Wassergehalt und der Holzart auch von den mechanischen Eigenschaften und dem Anteil an Fremdstoffen ab. Bei der Planung einer Hackschnitzelheizung sollten der Wassergehalt und insbesondere die Größe der Hackschnitzel möglichst früh bekannt sein, um die Fördertechnik und die Feuerung dem Brennstoff optimal anzupassen. Hackschnitzelfeuerungen sind heute im Bereich von 10 kW bis zu Leistungen im MW-Bereich erhältlich. Die Wirkungsgrade liegen bei rund 85 - 90 %. Ihre Leistung lässt sich auf etwa 20 - 30 %, bei kleineren Anlagen auf ca. 40 % drosseln.

Die Fördereinrichtungen für Hackschnitzel sind technisch und finanziell aufwendig. Daher werden Hackgutfeuerungen in der Regel erst ab einer Größe von 50 - 100 kW und einer rechnerischen Volllastlaufzeit von 2.000 - 3.000 Stunden wirtschaftlich interessant. Bei größeren Anlagen werden die Holzhackschnitzel meist in rechteckigen Silos mit Schubboden zwischengelagert und von dort aus mittels Kettenförderer oder Schnecken zur Kesselanlage befördert. Bei kleineren Anlagen werden auch Schnecken zur Lageraustragung eingesetzt. Der Brennstoff wird mit einer Dosierschnecke oder einem Dosierkolben in die Feuerung transportiert. Hackgut, das über mehrere Monate gelagert werden soll, darf nicht zu feucht und sollte gut durchlüftet sein, da es sonst zu Schimmelbildung kommen kann. Lagerzeiten von wenigen Wochen sind unproblematisch.

Für die Wärmebereitstellung durch Hackschnitzel werden im wesentlichen Unterschub- und Rostfeuerungen eingesetzt. Unterschubfeuerungen eignen sich gut für trockene und homogene Brennstoffe und sind die preiswerteste Bauweise. In Rostfeuerungen lassen sich auch feuchtere Hackschnitzel einsetzen. Zudem ist diese Technik bei unregelmäßiger Brennstoffstückigkeit besser geeignet. In den modernen Holzhackschnitzelkesseln erfolgt die Verbrennung in drei Phasen: Zunächst werden die Hackschnitzel vorgetrocknet, dann durch geringe Luftzufuhr ausgegast (Primärluft), zuletzt mit einer genau geregelten Menge an Sekundärluft vermischt und verbrannt. Dabei entstehen Temperaturen von über 900 °C. Die Sekundärluftzufuhr wird durch eine Lambda-Sonde und Computersteuerung geregelt, so dass stets optimale Luftverhältnisse und damit ein schadstoffarmer Ausbrand gewährleistet sind. Unverbrannte Staubpartikel, die in den Rauchgasen mitgeführt werden, werden vom Zyklonentstauber nahezu vollständig abgeschieden. Die anfallende Asche wird vollautomatisch aus dem Kessel befördert.

Holzkessel haben generell etwas größere Abmessungen als Feuerstätten für Heizöl und Erdgas, denn Holz ist ein „langflammiger" Brennstoff, d.h. er benötigt mehr Zeit für die vollständige Verbrennung und damit einen größeren Verbrennungsraum sowie eine anspruchsvollere Steuerungs- und Regelungstechnik. Deshalb - und aufgrund der kleineren Stückzahlen - sind Holzheizkessel zwei- bis dreimal so teuer wie Heizöl- oder Erdgaskessel. Bei größeren Anlagen kann die Unterbringung in einem vorhandenen Heizraum problematisch werden, so dass ggf. ein neues Heizhaus oder eine Containeranlage errichtet werden muss. Zur Erreichung eines wirtschaftlichen Anlagenbetriebes ist die richtige Dimensionierung des Holzkessels sehr wichtig. Der Holzkessel sollte bei größeren Heizanlagen die Grundlast abdecken, die je nach Verbrauchscharakteristik 30 - 50 % der Gesamtleistung betragen kann. Bei dieser Auslegung können 70 - 90 % der benötigten Wärmemenge durch Holz gedeckt werden. Die Spitzenlast und ggf. die sommerliche Schwachlast können dann mit Heizöl oder Erdgaskesseln abgedeckt werden.

Ein Pufferspeicher, wie ihn Scheitholzfeuerungen erfordern, ist für den Betrieb eines Hackschnitzelkessels aufgrund der Teillastfähigkeit nicht zwingend erforderlich, aber durchaus empfehlenswert. Aktuell gilt ein Volumen von 30 Liter/kW als Mindestwert bei der Förderung von Hackschnitzelkesseln.

Gute Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb von Holzhackschnitzelanlagen:

  • Ausreichend Platz im Heizraum für den größeren Holzkessel oder Platz für eine neue Heizzentrale
  • Ausreichend großer Kellerraum oder Platz in den Außenanlagen, um ein Hackschnitzelsilo zu bauen
  • Gute Erreichbarkeit für die Lieferfahrzeuge, da die Hackschnitzel alle 1 - 3 Wochen angeliefert werden

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Emissionsgrenzwerte für Holzfeuerungen

Die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) regelt, unter welchen Bedingungen kleinere und mittlere, nicht genehmigungsbedürftige Erdgas-, Heizöl-, Kohle- und Biomassefeuerungen aufgestellt und betrieben werden dürfen. Grenzwerte legen fest, wie viel Schadstoffe entweichen dürfen. Geregelt ist in der Verordnung außerdem, wie oft und in welchem Umfang Feuerungsanlagen aus Immissionsschutzgründen überwacht werden müssen. In der Liste der zugelassenen Brennstoffe sind neben Heizöl, Erdgas, Kohle, Holz und Stroh seit 2010 auch Getreide, das nicht als Nahrungsmittel genutzt wird, Getreidebruchkörner, Spelzen und Halmreste aufgeführt. Ferner sind sonstige nachwachsende Rohstoffe genannt, die zur möglichen Nutzung zusätzliche Anforderungen wie eine 'genormte Qualität' erfüllen müssen. Getreide und danach genannte Brennstoffe dürfen nur in automatischen und dafür vom Hersteller zugelassenen Feuerungen sowie nur in der Land- und Forstwirtschaft und dem agrargewerblichen Sektor genutzt werden.

Um alle Heizungsanlagen zu erfassen, wird der Anwendungsbereich der Verordnung erweitert. Bis 2009 regelte die 1. BImSchV bei den festen Brennstoffen wie Holz nur Heizungsanlagen mit einer Nennwärmleistung von mehr als 15 Kilowatt. Die novellierte Verordnung gilt für alle Anlagen ab 4 Kilowatt.

Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie Kachelöfen oder Heizkamine waren bisher in der 1. BImSchV nicht geregelt. Die Novelle sieht eine Typprüfung für alle neuen Einzelraumfeuerungsanlagen vor. Bei dieser Typprüfung wird nachgemessen, ob eine Feuerungsanlage die neuen Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenstoffmonoxid (CO) sowie die Mindestwirkungsgrade einhalten kann.

Bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen, die diesen Nachweis erbringen, können zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden. Erst wenn dies nicht möglich ist, sollen Einzelraumfeuerungsanlagen einem langfristig angelegten Austauschprogramm zwischen 2015 und 2024 unterliegen. Bis dahin sind die Anlagen im Schnitt mehr als 30 Jahre im Betrieb gewesen. Anstelle eines Austausches kann sich der Betreiber auch für die Installation eines bauartzugelassenen Staubfilters entscheiden.

Es gelten die folgenden Übergangsfristen für Altanlagen:

Kessel: bis 1994 2015

1995 - 2004 2019

2005 - 2010 2025




Einzelraumfeuerungen: bis 1974 2015

1975 - 1984 2017

1985 - 1994
2020

1995 - 2010 2025

Die Grafik zeigt die Staubgrenzwerte für Kessel und Einzelöfen der gängigen Holzbrennstoffe. Die 2. Stufe der Novellierung gilt für Hackschnitzel und Pellets seit 2015, für Scheitholz erst ab 2017.

Staubgrenzwerte für Holzfeuerungen
Staubgrenzwerte für Holzfeuerungen

Die Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO) liegen einheitlich bei 400 mg/m³ und werden bei guter Verbrennungsführung üblicherweise eingehalten. Die Staubgrenzwerte werden bei Holzpellets meistens auch ohne Filter sicher eingehalten. Bei Scheitholz und Hackschnitzeln kann bei Anlagen kleiner Leistung durch geeigneten Brennstoff und Volllastbetrieb der Einsatz eines Filters vermieden werden.

Die o. g. Biobrennstoffe dürfen nur eingesetzt werden, wenn der Feuchtegehalt weniger als 25 % beträgt (Wassergehalt < 20 %). Dies gilt nicht für automatisch beschickte Feuerungen, die vom Hersteller für höhere Feuchtegehalte zugelassen sind. Betreiber von handbeschickten Feuerungen müssen sich innerhalb eines Jahres nach Inbetriebnahme durch einen Schornsteinfeger über die sachgerechte Bedienung der Anlage und Lagerung des Brennstoffes beraten lassen. Hier kann auch die zulässige Holzfeuchte (25 %) durch den Schornsteinfeger überprüft werden.

Im Rahmen der neu geregelten 'Messpflicht' müssen alle Biomassekessel ab 4 kW, ausgenommen Einzelraumfeuerungen, 4 Wochen nach Inbetriebnahme und dann wiederkehrend alle 2 Jahre gemessen werden(Staub, CO). Für handbeschickte Feuerungen wie Scheitholzkessel wird ein Wasserwärmespeicher von mind. 55 l/kW gefordert. Für automatische Anlagen genügt ein Speicher von mind. 20 l/kW.


Stroh

Stroh steht neben seiner landwirtschaftlichen und stofflichen Nutzung auch als Brennstoff zur Verfügung, hat heute jedoch nur eine geringe Bedeutung. Die besonderen Eigenschaften von Stroh erfordern eine andere Verbrennungstechnik als Holz. Hierzu zählen höhere Asche- und Chlorgehalte, niedrigere Ascheschmelztemperaturen mit der Gefahr von Verschlackungen und die Gefahr des unvollständigen Abbrands. Es existieren wenige Anlagen unterschiedlicher Leistungen zur Wärme- und Stromerzeugung aus Stroh – von Kleinkesseln zum Einsatz von Strohpellets bis zu Heizwerken im MW-Bereich.


Kraft-Wärme-Kopplung

Biogene Festbrennstoffe werden zur gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung vorwiegend in Anlagen der Megawatt-Klasse eingesetzt, hier hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 2000 einen wahren Boom ausgelöst. Die verfügbaren Mengen des hier bevorzugt eingesetzten Altholzes, insbesondere die Klassen A2 - A4 nach Altholz

VO, sind mittlerweile ausgeschöpft. Seit dem EEG 2004 wird der Blick auch auf die Kraft-Wärme-Kopplung im kleineren Leistungsbereich gelenkt. Hier kommt eine Reihe von Technologien in Frage, die sich hinsichtlich des Entwicklungsstands und der Eignung für bestimmte Standorte deutlich unterscheiden:

  • Dampfmotor und Dampfturbine: Die etablierte Technik auf Basis des Wasser-Dampf-Kreislaufs steht mit Leistungen ab ca. 100 kWel mit elektrischen Wirkungsgraden zwischen 10 und 30 % zur Verfügung.
  • Organic Rankine Cycle (ORC-Prozess) ermöglicht die Nutzung von Wärmequellen niedrigen Niveaus wie Solarenergie, Geothermie und Biomasse zur Stromerzeugung. Ab ca. 100 kWel werden elektrische Wirkungsgrade zwischen 8 und 20 % erreicht.
  • Bei der Holzvergasung werden kohlenstoffhaltige Brennstoffe wie Holzhackschnitzel unter Luftmangel thermochemisch vergast, so dass ein brennbares Gas entsteht, das hauptsächlich aus Wasserstoff und Kohlenstoff besteht. Das Gas lässt sich in Motoren verbrennen, wobei hohe Anforderungen an die Gasqualität gestellt werden. Insbesondere die Anteile an Wasser, Ammoniak, Teer und Partikeln müssen sehr gering sein, um eine hohe Energieausbeute zu gewährleisten und Motorschäden zu vermeiden. Die elektrischen Wirkungsgrade liegen mit 20 - 30 % höher als bei ORC- und Stirling-Anlagen.
  • Stirlingmotoren befinden sich derzeit für den Leistungsbereich zwischen 10 und 200 kWel in der Entwicklung. Die Besonderheit dieser Technologie liegt in der Verwendung des Rauchgases von holzbefeuerten Heizkesseln, das seine Wärme an das Arbeitsmedium überträgt. Hierfür wird Luft, Helium, Stickstoff oder Wasserstoff eingesetzt. Es wird in einem geschlossenen Kreislauf geführt und periodisch in einem kalten Volumen komprimiert und in einem heißen Volumen expandiert. Die Verstromungswirkungsgrade betragen 7 - 25 %.

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Pyrolyse

Bei Vergasungsverfahren wird Biomasse unter Sauerstoffmangel und Wärmezufuhr in ein Synthesegas umgewandelt, das hauptsächlich aus CO, H2O, CO2 und CH4 besteht. Als Rohstoffe werden vor allem Holz, lignocellulosereiche Agrarrohstoffe und Abfälle eingesetzt. Pyrolyseprodukte sind neben dem hochkalorischen Gas auch Pyrolyseöle, die als Zwischenprodukte zur stofflichen Nutzung und als Energieträger eingesetzt werden, und Pyrolysekohle, die auch als Bodenhilfsstoff verwendet wird.